Sozial engagierte Theaterkunst

Mein Name ist Celso Willusa. Ich bin Theaterregisseur und habe in Brasilien ein staatliches Theater geleitet sowie mehrere professionelle Theatergruppen koordiniert. Außerdem habe ich über zehn Jahre die kommunale Kulturförderung verschiedener Kunstsparten geleitet, bevor ich vor drei Jahren nach Deutschland kam. Inzwischen habe ich ein kleines Kultur- und Theaterunternehmen[1] gegründet  und bin Vorsitzender einer kleinen gemeinnützigen Kulturinitiative[2].

Neben meiner rein künstlerischen Tätigkeit in den kulturellen Zentren Brasiliens habe ich als unkonventioneller Erzieher in den Favelas gearbeitet und sogar Straßenkinder jahrelang begleitet. Ich kann sagen, dass meine Theaterarbeit, vielen den Weg zu persönlicher Entwicklung und sozialem Aufstieg bis hin zur Universität ermöglicht hat.

Ich biete meine künstlerischen und sozialen Kompetenzen und Erfahrung hier in Deutschland, meiner neuen Heimat, gesellschaftlich an, denn das ist mein Beruf, den ich sehr gut verstehe.

Ich werde mit Jugendlichen und Erwachsenen in der Wilhelmstadt, in der Spandauer Neustadt und Staaken Theatergruppen bilden, um jeweils ein sogenanntes Forumtheater nach den Methoden von Augusto Boal zu inszenieren, dessen Dramaturgie auf den persönlichen Lebenserfahrungen der Teilnehmenden beruht und gemeinschaftlich geschrieben wird. Ein Forumtheater ist besonders gut geeignet, um soziale und politische Fragen zu debattieren:

Hier wird anlässlich der öffentlichen Aufführung das Publikum mit in das Theaterspiel einbezogen, um gemeinschaftlich Lösungen für die in Szene gesetzten Konflikte zu finden. Es ist in der Regel ein für alle Beteiligten besonderes Erleben von Demokratie im Theater und wirkt moralisch transformierend. Wir erkennen unsere Möglichkeiten und Grenzen, verstehen was Toleranz wirklich bedeutet und finden Verständnis für anders Denkende.

Ich arbeite in meiner Theater-Werkstatt nach den Methoden des weltberühmten Augusto Boal, die sich ausdrücklich sowohl an professionelle Schauspieler wie an Laien wendet: dem sogenannten Theater der Unterdrückten, weil hier konsequent Übungen und Spiele angewandt werden, die uns helfen, uns selbst und unseren sozialen Raum von unterdrückerischen Strukturen zu befreien und unsere Schwächen zu transformieren.

Das eben genannte Forumtheater ist Teil dieser Methodenreihe und ich möchte allen Menschen damit ein Werkzeug in die Hand geben, mit dem sie selbstständig Theater schaffen können und mit dem sie sich persönlich entwickeln können. Sie werden selbstbewusster werden, sich besser ausdrücken lernen, sich von Ängsten oder falschen Vorstellungen befreien, sich als Handelnde in ihrer eigenen Lebensgeschichte erkennen und diese selbst kreativ gestalten lernen!

Und auch die Demokratie an der Basis entwickelt sich mit dieser Theaterpraxis, so sie ein ideales Instrument ist, um gesellschaftliche Wertedebatten vor Ort, im Kiez und in überregionalem oder interkulturellem Austausch zu führen und gemeinschaftlich Lösungen für angesprochene Konflikte zu finden.

Metaforen für Kunst und Kultur e.V. veranstaltet kostenlose Theaterwerkstätten für alle, die lernen möchten, sich besser auszudrücken und durch Theater etwas zu bewegen – mit Celso Willusa, Theaterregisseur. Unsere nächste Theaterwerkstatt beginnt am Samstag, 15.September 2018, 11 Uhr. Ort: Stadtteilladen Wilhelmstadt, Adamstraße 39, 13595 Berlin; Kontakt unter derselben Adresse und info@metaforen.de, www.metaforen.de, www.facebook.com/groups/wasistforumtheater


[1] www.kulturderreinenherzen.org

[2] Metaforen für Kunst und Kultur e.V.: „Wir bringen Kunst nah zu den Menschen, in ihren Kiez, in ihren Ortsteil oder aufs Dorf. In partizipativen Projekten beleben wir den Gemeinsinn und schaffen eine Kultur, die wirklich allen gleichermaßen zugänglich ist.“ Werde Mitglied! Kontakt: veronika@metaforen.de

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